Der Dingoo A320

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Screeny
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Der Dingoo A320

#1 Beitrag von Screeny » Mo Sep 07, 2009 12:56

Hier ist mein Erfahrungsbericht, welcher auch auf GamersGlobal.de erschien ;)
http://www.gamersglobal.de/news/9890

Heute gibt es einen kleinen Testbericht zur chinesischen Konsole Dingoo A320 der Firma Dingoo Digital. Zuerst sollten wir einmal klären, was ein Dingoo ist, und was es kann. Der Dingoo wurde als mobiler Emulator für GameBoy Advance und NES-Spiele erdacht und kann auch mit ein paar Multimediafunktionen aufwarten
.

Bild
Erster Eindruck
Die Verarbeitung des Handhelds ist für europäische Standards mehr als hochwertig, auch wenn man dieses bei "Chinaware" kaum erwarten würde. Die glatte, schwarze Klavierlackoptik lässt keine Zweifel zu: Hier handelt es sich um ein hochwertigeres Produkt! Im Paket liegen neben dem Gerät auch noch AV Kabel und USB Ladegerät. Praktische Sache! Nach dem Betätigen des On/Off-Hebels startet das Gerät und ist innerhalb von rund 5 Sekunden vollständig einsatzbereit. Das offene Betriebssystem ist klar strukturiert und erinnert ein wenig an das Sony XMB, welches auf PS3 und PSP und Bravia-Fernsehern zum Einsatz kommt. Sofort sind alle Funktionen einsatzbereit und innerhalb weniger Sekunden gestartet.

Technische Daten
Die wichtigste Frage ist natürlich, was das Gerät nun wirklich kann. Deshalb hier ein Überblick:

* CPU - Ingenic MIPS 400MHz mit 32MB RAM & 4GB interner Speicher (NAND)
* MiniSD/MiniSDHC - Slot
* D-Pad, 2 Schultertasten, 4 normale Buttons, Start & Select-Tasten, Mikrofon
* Stereo-Lautsprecher, Kopfhörer, TV Out mit beigelegtem Kabel
* 2.8" LCD, Auflösung: 320x240, 16M Farben
* Batterie - 3.7V 1700mAH, ca. 7 Stunden Laufzeit
* Aufnahmefunktion - Vom Radio und über das Mikrofon kann aufgenommen werden
* Homebrew-Software ohne Hacken möglich, SDK frei erhältlich
* Größe: 125 mm × 55,5 mm × 14 mm & Gewicht: 110g

Dazu kommen noch die eingebauten Emulatoren für GameBoy Advance, NeoGeo, NES und CapCom 1/2.
Dank verschiedener Hacks sind auch SNES und PSX-Emulation kaum noch ein Problem. Natürlich ist auch ein Bildbetrachter und ein Musikplayer für MP3 und WMA Dateien an Bord. In wieweit das alles legal ist, hat hoffentlich der Hersteller mit seiner Rechtsabteilung geklärt.

Sound & Video

Die Soundausgabe erfolgt wahlweise über Kopfhörer oder die internen Lautsprecher, welche jedoch einen hohen Klirrfaktor aufweisen und deshalb nur für leise Musikstücke zu empfehlen sind. Doch auch hier muss man sagen, dass der Sound über Kopfhörer sich durchaus mit teuren MP3-Playern messen kann. In Sachen Video wird es für YouTube-Nutzer spannend, da das Gerät in der Lage ist, FLV-Dateien (Flash Video) direkt und ohne Konvertierung abzuspielen. Weiter unterstützte Videoformate: RealMedia, AVI (je nach Codec), MP4, DivX, XviD

Bildschirm & Tasten
Der Bildschirm liefert farbenfrohe Bilder und kann sich auch sonst mit Geräten höher Klasse messen (DS, PSP). Problem ist vielleicht das kleine Ruckeln, auch Tearing genannt, was aber nur bei sehr schnellen Bildwechseln auffällt. Aber auch nur, wenn man weiß, worauf zu achten ist.

Die Tasten des kompakten Geräts sind allgemein für eher kleinere Hände ausgelegt, aber griffig und keineswegs schwammig anzufassen. Auch hier steht der Dingoo Geräten wie dem DS in nichts nach.

Spielspaß
Das Starten der integrierten Emulatoren mithilfe verschiedener Roms ist problemlos und schnell möglich. Es gibt auch spezielle Spiele direkt für den Dingoo A320. Davon sind ein paar bereits vorinstalliert. Allerdings mangelt es dem Gerät an deutscher Sprachunterstützung. Nur Englisch und Chinesisch sind verfügbar.

Sonstiges
Das Gerät besitzt zwar kein WLAN, kann dafür aber mit einem Radio aufwerten, von dem aus man auch aufnehmen kann. Auch einen Touchscreen sucht man vergebens, doch das ist eigentlich eh reine Geschmackssache. Mit ein paar Kniffen lässt sich auf dem Gerät auch eine spezielle Linux-Version installieren, was natürlich viele weitere Möglichkeiten eröffnet.

Fazit
Für rund 90 Euro kann man bei diesem kleinen chinesischen Alleskönner wirklich nicht meckern! Wer ein kleines Gerät benötigt, das fast 7 Stunden Akkulaufzeit hat, wird sich freuen. Allerdings: So faszinierend Emulatoren und Hacks sind, und so wenig dieses Gerät Nintendo oder Sony in die Verkaufzahlen ihrer Handheld-Konsolen fahren wird -- es ist ein Freakgerät, das vermutlich, wie viele asiatische Gagdets, nicht unbegrenzt lange vom Hersteller unterstützt werden wird --: Legal ist das Ganze nicht, der Hersteller kann nur darauf hoffen, dass er unter der Wahrnehmungsschwelle der Rechte-Inhaber an GBA und Co. bleibt.

Ich hoffe, dass man mir verzeiht, dass ich den Bericht auch auf anderen Seiten veröffentlicht wurde.
Danke für die Mitarbeit an: Stefan1904, Dod und den Administrator von Gamersglobal.de
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